blog away

Blogger sind mir suspekt. Ich frage mich, was in einem bloggenden Kopf vorgeht, just in dem Moment, in dem er (der Kopf) sich daran macht, einen neuen Gedankenerguss niederzuschreiben, um dann selbstgefällig auf den „Veröffentlichen“-Knopf zu drücken. Ein geradewegs narzisstischer Akt. Ein Akt der Autophilie, der den eisernen Drang nach Vermächtnis und Affirmation bedient. Ganz so, als könne die Welt nicht weiter existieren ohne des anmaßenden Bloggers Beitrag. Jetzt, da ich selbst blogge, darf ich mir ein derartig harsches Urteil erlauben. Ich beobachte also genau, was in meinem eigenen Kopf vorgeht in diesem Augenblick und komme nicht umhin, eine gewisse Versagensangst zu bemerken. Was, wenn dies niemand liest? Oder schlimmer – was wenn jemand die ersten zwei Zeilen liest und sich gelangweilt abwendet? Oder am schlimmsten – was, wenn jemand, der mich kennt, die ersten zwei Zeilen liest, sich gelangweilt abwendet und im Zuge dessen jeglichen Respekt vor mir verliert? Eine solche Schmach soll einer ertragen! Womöglich sind Blogger also keine schnöden Narzissten, sondern vielmehr unerschütterliche Soldaten der Eigenpromotion im besten Sinne des Wortes. Kritiker und Spötter sind ihnen egal in der schonungslosen Verbreitung ihrer Gedanken! Der Gedanke gefällt mir. Ich drücke jetzt also auf den „Veröffentlichen“-Knopf.

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